Die drei Geschenke- Peformance Royalty
Die drei Geschenke – Peformance Royalty – One needed for each performance.
Price: $25.00

Die drei Geschenke

Justin, Tom, and Sam are convicted of stealing children’s Halloween candy. Instead of jail the judge assigns them babysitting. (German).

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Die drei GeschenkeDie drei Geschenke – Script
One needed for each performer and others directing or working with production.


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Die drei Geschenke

 Die drei Geschenke

von

Daris Howard


Ins Deutsche übersetzt 

von

Eva Geigenmüller


DIE DREI GESCHENKE

Copyright 2003

von Daris Howard

Alle Rechte vorbehalten


HINWEIS:  Profis und Amateure  werden hiermit darauf hingewiesen, dass das Stück „ DIE  DREI GESCHENKE“ einer Tantiemenpflicht unterliegt. Das Stück ist umfassend geschützt durch die Urheberrechtsgesetze der Vereinigten Staaten von Amerika, des British Commonwealth, einschließlich Kanada , und aller anderen Staaten der Copyright Union. Alle Rechte einschließlich professionelle Aufführungen, Amateuraufführungen, Filmaufnahmen, Vorträge, öffentliche Lesungen, Rundfunk- und Fernsehübertragungen sowie das Recht zur Übersetzung in andere Sprachen sind strengstens vorbehalten. 

              Die Rechte zur Live-Bühnen Aufführung der „DREI GESCHENKE“ durch Amateure unterliegen ausschließlich der Kontrolle durch Drama Source und Vereinbarungen bezüglich der Tantiemen und der Lizenzen müssen rechtzeitig vor der Aufführung getroffen werden. BITTE  BEACHTEN SIE , dass die Höhe der Tantiemen für Amateuraufführungen nach Anwendung entsprechend der Umstände der Inszenierung festgesetzt werden . Wenn Sie ein Aufführungsrecht beantragen bzw. ein  Preisangebot bezüglich der Tantiemen einholen möchten, so teilen Sie uns bitte die Anzahl der beabsichtigten Vorstellungen und die Aufführungstermine mit. Wenn keine anderen Vereinbarungen getroffen werden, sind die Tantiemen eine Woche vor der Premiere des Stückes zur Zahlung an Drama Source Co., 1588 E. 361 N., St. Antony, Idaho 83445 fällig. 

                Die Tantiemen in der geforderten Höhe sind unabhängig davon zu entrichten, ob das Stück zu Wohltätigkeitszwecken  oder in Gewinnabsicht aufgeführt wird, und unabhängig davon, ob Eintrittsgeld verlangt wird. Bezüglich aller anderen Rechte als der oben festgesetzten, wenden Sie sich an Drama Source Company, 1588 E. 361 N. St. Antony, Idaho 83445. 

                 Kopieren aus diesem Buche im Ganzen oder in Auszügen ist gesetzlich streng verboten, das Recht zur Aufführung ist nicht übertragbar. 

                  Bei allen Aufführungen muss folgender Hinweis auf allen Programmheften, Druckschriften und Anzeigen für das Stück erscheinen: „Inszeniert mit freundlicher Genehmigung von Drama Source Co.“

Eine angemessener Hinweis auf den Verfasser muss auf allen Programmheften, Druckschriften und der Werbung für das Stück erscheinen.  


Jegliche Ausführungen oder Auslassungen, die das Urheberrecht oder die Rechte auf Urheberrecht  an diesem Stück beeinträchtigen könnten, dürfen weder vorgenommen noch autorisiert werden. 


Ohne schriftliche Erlaubnis dürfen zum Zweck einer Inszenierung keine Veränderungen an dem Stück vorgenommen werden.


Die Veröffentlichung dieses Stückes beinhaltet  nicht die Verfügbarkeit zur Aufführung. Sowohl Amateuren als auch  Profis, die eine Inszenierung in Erwägung ziehen, wird im eigenen  Interesse dringend geraten sich vor dem Beginn der Proben, der Werbemaßnahmen oder Theaterbuchung bei der Drama Source Company eine schriftliche Genehmigung einzuholen. 


Kein Teil dieses Buches darf  ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Verlegers abgedruckt werden, in  Datenerfassungssystemen gespeichert  oder in jeglicher Form über jedwede Medien übermittelt werden, ob bereits bekannt oder noch zu entwickeln, einschließlich mechanische, elektronische, photokopierende, auf Tonträger oder Videobänder aufzeichnende oder sonstige. 

Darstellende Personen

Justin Jackson  –  Jugendlicher, etwas rebellisch

Sam Johnson  –  Jugendlicher, basketballbegeistert

Tom Howard  –  Jugendlicher

Richterin Jensen –  eine harte, nüchterne Frau

Anwältin Mathews  –  Vertreterin der Anklage

Fred Jackson –  Justins Vater, Rechtsanwalt

Mary Harris –  Mutter von Emily und Timothy

Emily Harris – ein kleines Mädchen, ca. 6 – 8 Jahre alt

Timothy (oder Tamara) Harris –  Emilys kleiner Bruder (oder Schwester); dieses Kind hat keine Sprechrolle, notfalls kann auch eine Puppe verwendet werden.

Dr. Howard –  Toms Vater, Arzt

Andere –  Kinder, die Toms Brüder und Schwestern spielen. Zusätzliche Spieler könnten auch Sams Eltern bzw.  Toms Mutter spielen.


Außerdem möglich:

Amtsdiener

Protokollführer(in)

Diese Geschichte ist entstanden aus Erfahrungen, die ich mit mit einigen meiner Freunde und Studenten gemacht habe. Kurz nachdem wir alle verheiratet waren, traf ich mich mit meinen Freunden und wir sprachen von vergangenen Ereignissen in unserem Leben. Während unserer Unterhaltung kamen wir auf ein Halloweenfest zu sprechen, an dem drei meiner Freunde einigen Kindern ihre Süßigkeiten geklaut hatten. Bei dieser Eskapade war ich nicht dabei gewesen, aber ich hörte ihnen zu wie sie davon erzählten und wie beschämend das ganze für sie damals gewesen war. 

Dieses Ereignis und noch einige andere Dinge, die mir und Leuten, die kenne, passiert sind, gaben mir die Grundlage zu diesem Stück. 

Aus diesem Grund widme ich dieses Stück meinen Freunden, meiner Familie und meinen Studenten, die ich all die Jahre unterrichtet habe. 

Daris Howard


Bühnenbilder


Es sind nur drei einfache Bühnenbilder nötig. Einige Szenen werden vor dem Vorhang oder vor der Bühne gespielt. Das Bühnenbild für das Wohnzimmer kann auf einem Seitenteil der Bühne aufgebaut werden. Die Szene im Gerichtssaal kann auf dem Hauptteil der Bühne gespielt werden und wechselt anschließend zur Szene im Krisenzentrum des Krankenhauses. So gibt es praktisch nur einen Szenenwechsel.


1) Gerichtssaal: Benötigt werden eine Art Ladentisch für die Richterin und Tische und Stühle für die Anwälte, die Angeklagten  und die Familienmitglieder.

2) Krisenzentrum:  Der Tisch der Richterin aus der vorhergehenden Szene bleibt, dazu kommt eine Couch, eine Decke, auf der die Kinder spielen können, und eventuell auch ein Laufstall.

3) Wohnzimmer:  Es ist armselig und sehr einfach. Eine Couch, ein schmales Bett, ein Kinderbett und paar andere Möbelstücke reichen aus.

4) Das Wartezimmer im Krankenhaus:  Es kann genauso gestaltet sein wie Nummer 2, nur der Laufstall und die anderen Kindersachen sind entfernt. 

1.Akt


1.Szene


(Die Szene spielt im Gerichtssaal. Drei Jugendliche, nämlich Tom, Sam und Justin, sind die Angeklagten. Justins Vater ist ihr Anwalt. Die Richterin Mrs. Jensen  wirkt streng und nüchtern)

Richterin Jensen:  Das Gericht befindet die Angeklagten für schuldig wegen Körperverletzung und Diebstahl. Wollen sich die Angeklagten abschließend noch zu dieser Sache äußern?

Justin:  (während Justins Vater versucht ihn dazu zu bringen sich hinzusetzen) Nur zu! Lassen Sie uns ein paar Tage im Knast sitzen! Was soll’s.

(Die Jugendlichen kichern)

Richterin Jensen: Scheinbar glaubt ihr jungen Leute, dass es sich bei eurer Tat um keine große Sache handelt.

Justin: Okay. Wir haben ein paar kleinen Kindern die Halloween Taschen weggeschnappt. Wirklich eine große Sache! Andere Jungen tun das genauso.

Richterin Jensen:  Junger Mann, es macht die Sache nicht besser nur weil andere das Gleiche tun. Euch scheint nicht klar zu sein, dass einige Kinder sehr wenig haben, auf das sie sich freuen können. Für sie können ganz einfache Dinge wie die Süßigkeiten an Halloween sehr viel bedeuten.

Justin:  Also, dann machen Sie schon und geben Sie uns ein paar Tage im Kittchen und sparen Sie sich Ihre Belehrungen! Sie sind nicht unsere Mutter.

(Richterin Jensen lehnt sich in ihrem Stuhl zurück und denkt ein paar Sekunden nach; lange genug, dass die Jungen etwas beunruhigt hin und her rutschen.)

Staatsanwältin Mathews:  Darf ich um eine kurze Unterredung mit dem Gericht bitten? 

(Mrs. Mathews wird durch ein Zeichen der Richterin zum Richtertisch gebeten. Sie flüstern mit gedämpfter Stimme.)

Tom:  Der hast du es gegeben, Justin. Aber ich glaube, jetzt sind sie alle zwei sauer.

Justin:  Na und? Was soll’s? Und wenn sie uns deshalb noch ein paar Tage mehr aufbrummt, sind das doch nur ein paar Tage mehr, die wir nicht in der Schule verbringen müssen.

Sam:  Aber was ist, wenn die Basketballsaison anfängt?

Justin:  Das wird doch sowieso nur eine Wochenendstrafe.

Tom:  Ich hatte eigentlich vor auf die Jagd zu gehen und noch ein paar Mal Golf zu spielen,  bevor es zu kalt wird. 

(Die Staatsanwältin kehrt zu ihrem Platz zurück und die Richterin Jensen lehnt sich nach vorne und sieht so aus,  als ob sie eine Entscheidung getroffen hätte.)

Richterin Jensen:  (Mischt sich in die Unterhaltung der Jungen) Ich hatte eigentlich an eine Haftstrafe für euch gedacht, aber je mehr ich mir euch so ansehe, desto mehr glaube ich, dass das nur etwas wäre, womit ihr in der Schule angeben würdet. Da sich euer Vergehen gegen Kinder gerichtet hat, denke ich, dass die Bestrafung damit im Zusammenhang stehen sollte. Staatsanwältin Mathews und ich sind ehrenamtlich im Krisenzentrum für Frauen tätig. Das gibt es seit einiger Zeit im Krankenhaus. Dort brauchen sie immer Hilfe.  Ich habe den Rat von Staatsanwältin Mathews bei meinen Überlegungen berücksichtigt und verurteile hiermit einen jeden von euch zu 100 Stunden Dienst im Krisenzentrum für Frauen und zwar in Form von Kinderbetreuung.

Justin:  Moment mal! Sie sagen, wir sollen Babysitter spielen? Lieber gehe ich ins Gefängnis! Was werden Sie tun, wenn wir uns weigern? Schicken Sie uns dann ins Gefängnis? (Er springt auf und streckt seine Hand nach oben, als ob er sich freiwillig melden wollte) Also dann werde ich mich einfach weigern.

(Die anderen beiden Jungen ziehen ihn zurück auf seinen Sitz.)

Richterin Jensen: Da ihr bei euren Untaten mit einem Auto in der Stadt unterwegs wart, ist es offensichtlich, dass ihr ein Fahrzeug benutzt habt.  Ich werde euch nicht ins Gefängnis stecken, aber ich werde euch die  Fahrerlaubnis so lange entziehen, bis ihr dem Gericht die 100 Stunden Dienst nachgewiesen habt.

Justin:  Dienst! Sie nennen das Dienst! So was nennt man Erpressung!

Sam:  Halte doch endlich die Klappe! Jedes Mal, wenn du den Mund aufmachst, machst du alles noch schlimmer!

Richterin Jensen:  Um sicher zu stellen, dass ihr die ganze Sache nicht hinauszögert, hat dieses Gericht beschlossen, dass ihr die Stunden bis Weihnachten, das heißt im konkreten Fall innerhalb von 8 Wochen  abzuleisten habt. Mit jeder Woche, die ihr länger braucht, erhöht sich eure Strafe um weitere 6 Stunden. Und lasst euch besser nicht am Steuer erwischen bis Weihnachten  oder bis das Gericht diesen Fall abgeschlossen hat. Andernfalls seid ihr für ein weiteres Jahr ohne Fahrerlaubnis. Darüber hinaus liegt es im Ermessen des Gerichts die Haltung der Angeklagten bezüglich ihrer Tat zu gegebener Zeit nochmals zu überprüfen um zu entscheiden, ob sie aus eurem Strafregister gestrichen werden kann. Hat der Herr Verteidiger irgendwelche Einwände?

Mr. Jackson:  Der Verteidiger hat den Eindruck, dass dies eine faire Strafe ist.

Justin:  Dad! Was ist denn das für eine Verteidigung?

Mr. Jackson:  Ich stimme der Richterin vollkommen zu. Es wird Zeit, dass ihr lernt Verantwortung für euer Verhalten zu übernehmen. Ich gebe Sam und Tom nicht annähernd so viel Schuld wie dir. Du bist derjenige, der gefahren ist und so wie ich das sehe, war das auch deine Idee.

Tom:  Eine tolle Idee war das, Justin! Dein Vater als unser Verteidiger!

Justin: Ich habe gedacht, er ist auf unserer Seite!

Richterin Jensen:  Die Angeklagten können ihre persönlichen Sachen hier mitnehmen. Den Führerschein gebt ihr jetzt bitte beim Gerichtsdiener ab. 

Justin:  So eine gemeine Richterin!

Tom:  Gemein ist gar kein Ausdruck.

(Sie gehen zur Richterin vor, die vor sich eine Schachtel mit persönlichen Sachen der drei Jungen stehen hat. Als Justin nach seinen Autoschlüsseln greift, nimmt ihm sein Vater diese ab.)

Mr. Jackson:  Die nehme ich.

Justin:  Aber Dad! Vertraust du mir nicht? 

Mr. Jackson:  Vertrauen muss verdient werden  und zur Zeit hast du ziemlich viel zu verdienen. (Er sieht die drei Jungen an.) Habt ihr alle euren Führerschein abgegeben? (Sie nicken.) Ok. Wir werden jetzt zusammen mit euren Eltern besprechen, wann ihr eure Strafstunden ableistet, damit das sichergestellt ist. 

(Beim Hinausgehen werden die Jungen jeweils von ihren Eltern begleitet, die im Gerichtssaal waren. Mr. Jackson wendet sich noch einmal um, lächelt die Richterin an und nickt. Diese lächelt ebenfalls und nickt zurück. Die Lichter gehen aus.)



2. Szene

(Diese Szene kann vor dem Vorhang oder auf der Seite gespielt werden. Hinter dem Vorhang oder auf der Hauptbühne ist das Krisenzentrum für Frauen. Es ist ein kleines Kinderzimmer zu sehen, wo ein etwa 2-jährigerJunge (oder auch ein Mädchen) und ein etwa 6-8jähriges Mädchen miteinander spielen. An einem Schreibtisch arbeitet eine Frau. Das kann die Richterin sein oder auch eine andere Person.  Die Richterin erscheint in dieser Szene auf jeden Fall um die Jungen zu begrüßen. Diese unterhalten sich zu Beginn dieser Szene vor dem Krisenzentrum. Sie sind sehr nervös.)

Sam:  (Spielt mit seinem Basketball.) Ich denke, wir könnten jetzt auch reingehen.

Justin:  Hast du das wirklich vor?

Sam:  Ja, das hab’ ich. Meine Eltern haben gesagt, dass sie mir das Basketballspielen streichen werden, wenn ich ihnen nicht zeige, dass ich mich bei der Ableistung meiner Strafstunden anstrenge. 

Justin:  Du und dein Basketball! Immer wenn die Basketballsaison anfängt, bist du verschwunden und wir kriegen dich nicht mehr zu Gesicht bis sie wieder vorbei ist.

Sam:  Basketball ist mein Fahrschein dafür, von hier wegzukommen.

Tom:  Was meinst du damit?

Sam:  Ich meine, ihr beide habt Väter, die es sich leisten können euch aufs College zu schicken, einen Arzt und einen Anwalt. Wenn ich kein Stipendium bekomme, kann ich das College vergessen. Seit die Mühle geschlossen wurde, hat mein Vater keine feste Arbeit mehr.

Justin:  Wer will den schon aufs College. Was mich angeht: Ich werde Rennfahrer und dafür braucht man kein Diplom.

Tom:  Das nicht, aber einen Führerschein brauchst du.

Sam:  Und dir haben wir es zu verdanken, dass keiner von uns mehr einen hat.

Justin: Ach, jetzt bin ich der Schuldige.

Tom:  Na, wer hat denn im Gerichtssaal herumgemault? Du musst es zu Hause nicht mit hunderttausend kleinen Brüdern und Schwestern aushalten, aber ich muss das. Und jetzt muss ich mit noch mehr kleinen Kindern Dienst tun. Allein bei dem Gedanken daran wird mir glatt übel.

Justin:  Einer  von uns musste doch für unsere Rechte eintreten.

Sam:  Macht ihr beide, was ihr wollt, aber ich gehe jetzt hinein.

Tom:  Ich komme mit.

Justin:  Wenn ihr zwei Schwächlinge wirklich den Widerstand aufgebt, muss ich wohl auch mitgehen.

(Sie betreten die Klinik. Richterin Jensen empfängt sie. Sie ist nicht mehr wie eine Richterin gekleidet.)

Richterin Jensen:  Jetzt wird’s aber Zeit! Ihr seid reichlich spät dran. Ich erwarte von euch, dass ihr pünktlich seid. Ihr könnt euch hierhin setzen und eure Zeiten eintragen.

Sam:  Ma’am, haben Sie was dagegen, wenn ich den Anfang mache? Wenn es geht, würde ich gerne am Abend und an den Samstagen arbeiten, damit ich auch noch Basketball spielen kann. 

Richterin Jensen:  Damit habe ich kein Problem. Wenn ihr beschäftigt seid, geratet ihr wenigstens nicht in Schwierigkeiten, nehme ich an. (Sie steht auf und geht zu den anderen beiden)  Während Mr. Johnson seine Stunden einträgt, möchte ich euch zwei Kindern von hier vorstellen. (Sie nimmt Justin und Tom am Arm. Diese gehen mit ihr widerwillig zu den Kindern hinüber.) Mr. Jackson, Mr. Howard, ich möchte euch Emily und ihrem kleinen Bruder Timmy vorstellen. Und jetzt lasse ich euch für ein paar Minuten alleine, damit ihr euch kennen lernen könnt. 

(Richterin Jensen geht hinüber zum Schreibtisch. Justin und Tom sehen so aus als ob es ihnen sehr unbehaglich zu Mute wäre. Sie geben sich gegenseitig einen Schubs und versuchen damit jeweils den anderen dazu zu bringen ein Gespräch anzufangen. Schließlich wendet sich Tom ab und überlässt Justin das Reden)

Justin:  Ja also, he Kids, weswegen seid ihr denn hier? Haben sie euch hier rein gesteckt, weil ihr was ausgefressen habt? (Er lacht über seinen eigenen Witz, hört aber gleich wieder auf damit, als ob ihm bewusst werden würde, dass das nicht lustig  ist.)

Emily:  Wir sind seit ungefähr 8 Stunden hier, bis Mommy ihren Schichtdienst drüben in der Bäckerei beendet hat. Ich weiß nicht, ob ich etwas ausgefressen habe. Vielleicht habe ich das. Vielleicht  ist Daddy deswegen fortgegangen. 

(Sam kommt hinzu.)

Tom:  Was meinst du mit „vielleicht ist Daddy deswegen fortgegangen“. 

Emily:  Er kam eines Nachts betrunken nach Hause und fing an Mommy zu schlagen. Ich habe angefangen zu weinen und dann habe ich gebrüllt er soll damit aufhören. Dann hat er mich tüchtig verprügelt und dann weiß ich nichts mehr. Als ich aufwachte, lag ich im Krankenhaus und Daddy kam nie wieder zurück. 

Sam: Hast du daher die Wunde in deinem Gesicht?

Emily:  O nein! Daddy ist schon vor langer Zeit fortgegangen. Die Wunde hab ich abgekriegt, als drei junge Männer versuchten Timmys Halloween Süßigkeiten zu klauen. Es hätte mir nicht so viel ausgemacht, wenn sie meine genommen hätten. Aber als sie versuchten Timmy die Sachen wegzunehmen, habe ich seine Tasche so fest gehalten, wie ich nur konnte. Dann haben sie mich zu Boden geschleudert und ich bin mit dem Gesicht auf dem Bürgersteig aufgeschlagen. 

(Die drei jungen Männer schauen sich verlegen an.)

Sam:  Ich werde die heutige Abendschicht übernehmen. Ihr beide müsst euch noch eintragen. Ich  habe alle meine Stunden bis Weihnachten bereits eingetragen. 

Justin u. Tom:  Weihnachten!

( Tom läuft zum Schreibtisch rüber und Justin folgt ihm widerwillig.)

Justin:  Ich kann immer noch nicht glauben, dass ihr das wirklich durchziehen wollt.

Tom:  Vielleicht hat die Richterin ja Recht. Vielleicht gibt es wirklich einige Dinge, die wir noch lernen müssen. 

Justin:  Ist ja super! Jetzt hörst du dich schon an wie mein Vater.

( Während die anderen beiden ihre Stunden eintragen, setzt sich Sam auf einen Stuhl und zieht Emily auf seinen Schoß hoch. Wenn Justin und Tom fertig sind, gehen sie und schneiden dabei hinter Sams Rücken  Grimassen, als ob sie ihn aufziehen wollten.)

Sam:  So kleine Lady, seit wann kommst du denn schon hierher?

Emily: Seit kurz nachdem mein Vater fortgegangen ist.  Als er nicht mehr zurückkam, ging uns das Essen aus; deshalb brachte Mommy uns hierher. Jetzt übernachten wir immer hier, während Mommy arbeitet. Vielleicht kommt Daddy an Weihnachten wieder nach Hause. Mommy hat gesagt: „Vielleicht“.

Sam:  Und das ist dein kleiner Bruder?

Emily:  Ja, er heißt Timmy. Eigentlich ist sein richtiger Name ja Timothy, aber wir nennen ihn Timmy, weil Mommy sagt, dass Timothy ein viel zu langer Name für ein so kleinen Jungen ist. ( Wenn die Rolle von einem Mädchen gespielt wird, könnte der Name  Tammy und Tamara sein.)

Sam:  Ich kenne einen großartigen Basketballspieler, der Timothy heißt.

Emily:  Spielst du Basketball?

Sam:  So oft ich kann.

Emily:  Könntest du es mir beibringen?

Sam:  (etwas zögerlich)  Ja, ich glaube schon, dass ich das kann.

Emily:  Und  Timmy auch??

Sam:  Der ist noch etwas jung.

Emily:  Er könnte unser Maskottchen sein.

Sam:  Ja, ich  glaube, das könnte er. 

Emily:  Mein Daddy hat immer Basketball angeschaut. Wenn ich das auch lernen würde, würde er mich vielleicht lieber mögen.

Sam:  Du brauchst doch nicht Basketball zu lernen, damit er dich mag. Es gibt doch überhaupt keinen Grund, warum er dich nicht mögen sollte. 

Emily:  Aber wenn ich nur ein bisschen mehr so sein könnte, wie er sich das gewünscht hat. 

Sam:  Versuche nie jemanden für dich zu gewinnen, indem du sein Spiel spielst, sondern indem du deine eigenen Stärken hervorhebst. 

Emily:  Was bedeutet das denn? 

Sam:  Das bedeutet, dass du einfach nur du selbst sein sollst.

Emily:  Das gefällt mir.

(Richterin Jensen kommt herüber)

Richterin Jensen:  Es ist jetzt Zeit für Emily und Timmy zu schlafen bis ihre Mutter sie später abholen kommt. 

Emily:  Können wir noch eine Geschichte hören?

(Richterin Jensen sieht Sam an und er versteht den Wink.)

Sam:  O ja, natürlich. Was für eine Geschichte möchtest du denn hören?

Emily:  “Tommy und Tippy”.

Sam:  “Tommy und Tippy”?

Emily:  Ja, das ist eine von meinen Lieblingsgeschichten, weil da ein kleiner Hund drin vorkommt.

(Sie holt das Buch. Die nächsten paar Zeilen können auch übersprungen werden, wenn Timmy noch zu klein ist und nicht zu Sam gehen will.

Emily:  Darf Timmy auf deinem Knie sitzen? ( Bevor er noch antworten kann, setzt sie Timmy auf Sams Schoß.)

Sam:  Klar doch.

( Dann setzt sich Emily daneben und drückt sich an Sam. Sam legt seinen Arm um sie. Sam öffnet das Buch und fängt an zu lesen.)

Sam:  „ Tommy war ein kleiner Junge, der auf einem Bauernhof lebte. Er hatte viele Tiere als Freunde. Er hatte ein Kalb namens Harry und einen Hasen namens Hopper. Er hatte ein Huhn, das Squawk hieß und auch einen Truthahn, den er Gobble nannte. Aber sein allerbester Freund war sein kleiner Hund Tippy. Tommy und Tippy gingen überallhin zusammen. Wo der eine war, dort konnte man auch den anderen finden. Eines Tages……..

(Sams Stimme wird leiser, als die Lichter ausgehen.)


3. Szene

( Wenn die Lichter wieder angehen, sitzt Sam schlafend im Sessel, die Kinder auf seinem Schoß. Mary kommt herein und lächelt. Sie hebt Timmy hoch und rüttelt Sam sanft.)

Sam:  (verschlafen) Ist gut, Mom. Ich bin ja schon wach.  Ich bin wach. ( Dann kommt er zu sich und blickt um sich.)  Wo bin ich?

Mary:  Sie sind im Krisenzentrum für Frauen. 

Sam:  O ja, ich erinnere mich. Und wer sind Sie?

Mary: Ich bin Mary Harris. Und das sind meine Kinder.

Sam:  Es sind bezaubernde kleine Kinder. 

Mary:  Danke. Das denke ich mir auch immer wieder. 

Sam:  Sie sind wohl hier um sie jetzt nach Hause zu bringen?

Mary:  Ja.

Sam:  Ich helfe Ihnen sie zum Auto zu tragen. 

Mary:  Ich habe kein Auto. 

Sam:  Sie haben kein Auto? Wo wohnen Sie denn?

Mary:  In dem Wohnblock am Iron Wood Drive

Sam: Aber das ist ja am anderen Ende der Stadt und in gar keiner guten Gegend. Wie kommen Sie denn dorthin?

Mary:  Wir gehen zu Fuß.

Sam:  Dann begleite ich Sie.

Mary:  O nein, das kann ich doch nicht verlangen. 

Sam:  Ich bestehe darauf. Sie tragen Timmy und ich Emily. 

Mary:  Ich danke Ihnen.

(Sie nehmen die Kinder und gehen zur Türe hinaus. Der nächste Teil –  der Fußmarsch zu Marys Wohnung – kann vor dem Vorhang oder vor der Bühne gespielt werden.)

Sam:  Ma’am, darf ich Ihnen eine Frage stellen?

Mary:  Aber bitte, gerne.

Sam:  Ja, also ich habe mich mit Emily unterhalten und sie hat mir von Ihrem Mann erzählt und was er Ihnen und ihr angetan hat und sie hat gesagt, dass Sie hoffen, dass er vielleicht an Weihnachten nach Hause kommen wird und na ja….

Mary:  Was wollen Sie denn sagen?

Sam:  Es geht mich ja eigentlich gar nichts an, aber es scheint mir so, als ob Sie ohne ihn besser dran wären. Warum wollen Sie, oder zumindest Emily, dass er nach Hause kommt?

Mary:  Ich weiß, es klingt wahrscheinlich verrückt für jemanden, der niemals in einer derartigen Situation war, aber ich liebe ihn immer noch und Emily liebt ihn auch. 

Sam:  Wie kann man denn jemanden lieben, der einem so etwas angetan hat?

Mary:  Liebe ist nicht davon abhängig, was jemand tut oder was er nicht tut. Liebe geht tiefer.

Sam:  Das verstehe ich  nicht. 

Mary:  Man kann einen Menschen lieben und ihn trotzdem nicht wirklich mögen. 

Sam:  Das macht jetzt überhaupt keinen Sinn für mich.

Mary:  Eines Tages werden Sie es vielleicht verstehen. Aber wahrscheinlich haben Sie Recht. Ohne ihn ginge es uns möglicherweise besser, vor allem was die Sicherheit meiner Kinder betrifft. Aber ich liebe ihn immer noch und der Gedanke daran, ihn aufzugeben fällt mir schwer. 

Sam:  Wenn ich Sie wäre, würde ich mich scheiden lassen  von diesem…. diesem (er versucht ein Wort zu finden, das nicht beleidigend wirkt)  Typen  und ich würde versuchen eine richterliche Verfügung zu bekommen, damit er sich fernhalten muss.

Mary:  Danke, dass Sie sich Sorgen machen. Wie war noch mal Ihr Name?

Sam:  Sam. Sam Johnson. 

Mary:  Sind Sie ein Sohn von Adam und Elizabeth Johnson?

Sam:  Ja, das bin ich.

Mary:  Das sind so gute Menschen. Da wundert es mich nicht, dass Sie sich freiwillig gemeldet haben im Krisenzentrum mitzuhelfen. 

Sam:  Ja also, genau genommen war das nicht freiwillig.

Mary:  Ach?

Sam:  Nun ich war …..  O, das ist ja ganz egal. Ich freue mich einfach, dass ich Ihnen helfen konnte. 

Mary:  Ich freue mich auch, Sam.

( Sie gehen durch eine Tür in die Szene hinein, die sich im Haus abspielt. Im Zimmer steht eine Couch und/oder ein alter Stuhl, einschmales Bett und ein Kinderbett.)

Sam:  Wollen Sie, dass ich Emily ins Schlafzimmer bringe?

Mary: Wir haben hier kein extra Schlafzimmer.

Sam:  Sie teilen sich dieses eine Zimmer?

Mary:  Es ist auch unsere Küche und unser Badezimmer. Mein Mann hat mit seiner Kreditkarte so viele Schulden gemacht. Ich versuche immer noch  sie abzuzahlen. Darüber hinaus kann ich mir nichts leisten.

(Sam legt Emily auf das Bett. Sie wacht kurzzeitig auf und umarmt ihn.)

Emily:  Gute Nacht, Sam.

Sam:  Gute Nacht, Emily:

Mary:  (als Sam sich zum Gehen wendet)  Danke Sam, und  eine gute Nacht.

(Sam macht sich auf den Weg, bleibt noch einmal stehen und schaut einen kurzen Augenblick lang zurück. Dann geht er langsam fort.)

(Blackout)


4. Szene

(Diese Szene spielt wieder im Krisenzentrum. Justin trägt einen Kopfhörer und  kommt tänzelnd herein. Sein Blick fällt auf die Richterin, die auf ihre Uhr deutet und auf den Eintrag im Dienstplan. Widerwillig meldet er sich am Schreibtisch zum Dienst an.  Die Richterin deutet auf seinen Kopfhörer, er rollt mit den Augen, nimmt den Kopfhörer aber ab und legt ihn sich um den Hals.  Dann geht er zu Emily und Timothy hinüber.)

Justin:  Na, Kinder. So, wie es aussieht, müsst ihr heute Nacht mit mir zurechtkommen. Echt geil.

(Er lässt sich in de

Die drei Geschenke

Author: Daris Howard
     Daris Howard is an author and playwright who grew up on a farm in rural Idaho. He associated with many colorful characters including cowboys, farmers, lumberjacks and others.
     Daris and his wife, Donna, have ten children and were foster parents for several years. He has also worked in scouting and cub scouts, at one time having 18 boys in his scout troop.
     His plays, musicals, and books build on the characters of those he has associated with, along with his many experiences, to bring his work to life.
    He and his family have enjoyed running a summer community theatre where he gets a chance to premiere his theatrical works and rework them to make them better. His published plays and books can be seen at http://www.darishoward.com. He has plays translated into German and French and his work has been done in many countries around the world.
     In the last few years, Daris has started writing books and short stories. He writes a popular news column called Life’s Outtakes, that consists of weekly short stories and is published in various newspapers and magazines in the U.S. and Canada and has won many awards for his writing.

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